B109(TR)24
Notes
Drohnenlinie auf der Belegstelle Baltrum (BAL) 2026
Beschreibung:
Zur Diskussion Varroaresistenzen muss ich natürlich anmerken, dass wir die meiste Zeit bei allen Herkünften und Linien auf maximale Honigleistung bei minimalen Schwarmtendenzen mit optimaler Vitalität auf Brut und Bienen ausgelesen haben = Gesamtbetrachtung aller für uns wichtigen Eigenschaften. Um die Varroaverluste zu verkleinern, sollte man angesichts des fortschreitenden Klimawandels die ganze Angelegenheit mal selbstkritisch betrachten. Auch die scheinbar niemals steigenden Honigpreise, gerade auch beim Großhandel, haben uns noch bewogen, dies durch noch höhere Ernten auszugleichen.
In der Zeit vor Varroa standen im Umfeld Kaiserstuhl für die Überwinterung Unmengen von Bienenvölkern. Ins Alte Land gewandert, war schon eine fette Ernte aus den Süßkirschen möglich wegen des Entwicklungsvorsprungs.
Heute sehen wir, dass die fehlende Winterbrutpause der Hauptgrund für Probleme darstellt. Die brutfreien Phasen werden immer kleiner. Alle arbeitstechnischen Rezepte, gerade in den letzten vier Jahren, laufen darauf hinaus, eine brutfreie Zeit von 21 Tagen zu erzwingen, etwa ab Ende Juni. Das funktioniert auch, ist aber mit extrem großem Arbeitsaufwand verbunden. Königinnen einsperren mit einer Wabe, die dann vernichtet wird, oder ganz ohne Wabe.
Viele Herkünfte, die wir aufgebaut haben, kommen aus Heißklimaregionen. Diese hören in der absoluten Trockenperiode ohne Polleneintrag auf zu brüten und haben hier den Brutstopp. Kaum kommt der Regen, arbeiten diese Bienen um ihr Leben. Manchmal haben sie auch nicht viel Zeit. 2025 haben sie durchgearbeitet und enorme Erträge gebracht.
Winter 2024 auf 2025 gab es keinen. Winterverluste gleich null. Brutbeginn so im Januar. Entwicklungshöhepunkte schon Anfang Mai, teils mit Schwarmtendenzen oder sind raus. Dieser Teil der Völker, über den man natürlich genervt war, steht heute, also Ende November, ganz von allein sehr gut da. Da kam die Brutpause von allein. Die anderen ohne Schwarmneigung mit 100-kg-Ernten – na ja: Probleme, auch mit Ende im Desaster.
10. April 2025: Schlehen, Pflaumen, Wildkirschen und Raps in Vollblüte. Maximale Brutausdehnung, hohe Anzahl der Brutdurchgänge, Völkermassierung in Wandergebieten, viele Imkernachbarn machen das schwierig. Auf meinem kältesten Standplatz keine Verluste, auf dem wärmsten 25 %.
Die Ausbreitung der asiatischen Hornisse kommt als Klimawandelproblem jetzt auch noch dazu. Wird nicht gerade einfacher!
Vor 40 Jahren haben wir im Februar die Völker aus dem Schnee geschaufelt und frühzeitig die Böden getauscht, weil der Totenfall teils 5 cm hoch die Fluglöcher verstopfen konnte. Völker saßen trotzdem von einer Wand zur anderen. Gab nur tote Winterbienen im Boden, altersbedingt. Dieses kontinuierliche Leerfliegen ist manchmal krass. Wir müssen weiter versuchen, das zu ändern.
Ich erinnere mich genau an verschiedene anatolica-Herkünfte oder Kurdistan-Sachen. Da brauchte man zwar keine Varroabehandlungen, aber da gab es im Frühjahr auch nicht diese Monstererträge. Früher Brutstopp fest, teils beängstigend kleine Wintertrauben, aber superstabil, sozusagen nicht totzukriegen, mit kontinuierlicher Aufwärtsentwicklung im Frühjahr.
Bruder Adam hat die Varroaprobleme in England nicht mehr an den eigenen Völkern erlebt. Aber er war sehr optimistisch, dass man auch dieses Problem züchterisch lösen kann, und setzte die erste Hoffnung auf die monticola.
Uns bleibt nichts als weiter zu „basteln" und gegebenenfalls andere Kompromisse einzugehen. Wir wissen, dass Rekorde nicht der Weisheit letzter Schuss sind. Da gibt es dann die Probleme wie z. B. bei lammfrommer Sanftmut. Sehen aber auch, dass Rekordbrutumfänge vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind?
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